Potsdamer Schüler/innen sollen jüdische Orte für Online-Projekt erforschen

BBBank spendete für Projekt mit Humboldt-Gymnasium / Daniel Hope als Schirmherr

Der Förderverein des Potsdam Museums hat am 8.11.2018 gemeinsam mit Förderern und Kooperationspartnern ein Projekt zur Recherche und Veröffentlichung jüdischer Orte in Potsdam vorgestellt, das im kommenden Jahr gemeinsam mit Schüler/innen des Potsdamer Humboldt-Gymnasiums starten soll.

Screenshot 2018-11-08 12.26.01Die jüdische Geschichte Potsdams ist durch die Residenz- und Architekturgeschichte der Stadt weitestgehend überlagert und bislang nur wenigen Jugendlichen und auch Erwachsenen bekannt. Es fehlt die Bündelung aller bekannten Orte (wie z.B. der Stolpersteine) des einstigen und heutigen jüdischen Lebens in Potsdam durch ein attraktives Vermittlungsformat für Jugendliche von Jugendlichen.

Ein von 13 Schüler/innen des Humboldt-Gymnasiums Potsdams erarbeiteter Stadtplan soll diese Orte sichtbar und erfahrbar machen. Dazu werden sie mit ihrer Lehrerin Ulrike Boni-Jacobi und der Judaistin Anke Geißler-Grünberg die bekannten Informationen zur jüdischen Geschichte sammeln bzw. recherchieren und in einem Online-Stadtplan veröffentlichen.

Der Online-Stadtplan, der 2019 unter der Domain http://www.geschichtsorte.de ans Netz gehen soll (derzeit noch inaktiv), wird nach Angaben des Fördervereins stetig um historische Orte Potsdams erweitert werden. „Dabei möchten wir sehr gern mit weiteren Schulen zusammenarbeiten“, so der Vereinsvorsitzende Markus Wicke. Bei dem Online-Stadtplan wird der Verein mit dem Potsdam Museum, dem Verein „Neues Potsdamer Toleranzedikt“, der Stiftung Begegnungsstätte Gollwitz und der Agentur Medienlabor kooperieren, die die Seite technisch und gestalterisch betreut und die Idee dazu hatte.

Finanziert wird das Projekt u.a. durch eine Spende der BBBank, die anlässlich des Pressetermins durch die Potsdamer Filialleiterin Ines Schulz übergeben wurde. Die BBBank hat den Förderverein schon mehrfach unterstützt, u.a. durch eine Spende für die Restaurierung eines Gemäldes der jüdischen Familie Kann, das heute im Potsdam Museum zu sehen ist. Ein besonderer Bezug ergibt sich durch den Sitz der Potsdamer Filiale der BBBank im ehemaligen Haus der Bankiersfamilie Kann in der Friedrich-Ebert-Str. 113. Für das Projekt, das zu Beginn des Jahres 2019 starten soll, hat der Verein darüber hinaus einen Antrag bei einer Potsdamer Stiftung gestellt, der noch nicht entschieden wurde.

Für die Schirmherrschaft über das Projekt konnte der bekannte Violonist Daniel Hope gewonnen werden, dessen früherer Vorfahre der erste Potsdamer Rabbiner Michel Hirsch war.