Gemälde von Groß Glienicke geht als Ostergeschenk an das Potsdam-Museum

Als Ostergeschenk für das Potsdam-Museum hat sein Förderverein kürzlich ein Gemälde des Berliner Impressionisten Paul Lehmann-Brauns (1885-1970) erworben. Das mittelgroßformatige Ölgemälde (60x80cm) aus dem Jahr 1930 trägt den Titel „Glienicke bei Kladow“ und zeigt das ehemalige Gut des heutigen Potsdamer Ortsteils Groß Glienicke am Ufer des gleichnamigen Sees.

Paul Lehmann Brauns: „Glienicke bei Kladow“ (Gut Groß Glienicke), 1930, Öl auf Leinwand, 60×80 cm. Repro: Förderverein des Potsdam-Museums

„Mit dieser Schenkung wollen wir die breitgefächerte Kunstsammlung der Landeshauptstadt um das Werk eines weiteren bedeutenden Künstlers des Märkischen Impressionismus bereichern“, so der Vereinsvorsitzende Markus Wicke zur Intention der Schenkung.

Bisher ist Paul Lehmann-Brauns noch nicht in der Sammlung des Potsdam-Museums mit einem Ölbild vertreten, obwohl er auch persönliche Bezüge zur Stadt hatte. „Sein Sohn Gerhard war nach einer Ausbildung als Chirurg 1937 nach Potsdam gezogen; hier besuchte ihn sein Vater oft und malte auch einige klassische Stadtansichten wie das Schloss Sanssouci oder Schloss Charlottenhof“, so Wicke weiter. Der Enkelsohn des Malers – der bekannte Berliner Politiker Uwe Lehmann-Brauns – wurde 1938 ebenfalls in Potsdam geboren.

Paul Lehmann-Brauns kam erst spät zur Malerei. Er wurde 1885 in Neufahrwasser/Danzig als Paul Lehmann geboren. Seine Kindheit verbrachte der Sohn eines Eisenbahners in Halle/Saale und schlug danach den Berufsweg eines Lehrers in den Fächern Englisch, Französisch und Zeichnen ein. Nach dem Umzug nach Berlin und der Anstellung an einer Neuköllner Schule begann er erst 1918 eine künstlerische Ausbildung beim bekannten Eugen-Bracht-Schüler Hans Licht, der ihn drei Jahre lang begleitete.

Bereits 1921 nahm Paul Lehmann-Fahrwasser – so sein erster Künstlername – an der Großen Berliner Kunstausstellung teil. Weitere Ausstellungsbeteiligungen und Auftragsarbeiten (etwa der Firma Borsig) folgten. Ende 1923 legte er sich schließlich den Künstlernamen Paul Lehmann-Brauns zu. Er malte in den nächsten 40 Jahren seiner künstlerischen Karriere vorwiegend norddeutsche Landschaften, wie die der Inseln Föhr, Sylt und Rügen. Dazu kamen etliche Stadt- und Industrielandschaften, aber auch Landschaftsmotive aus dem Berliner Umland, wozu das nun erworbene Ölgemälde zählt.

„Das Motiv ist auch zeithistorisch interessant; zeigt es doch das heute nicht mehr in seiner Gesamtheit existierende Gut Groß Glienicke vor seiner Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg“, so Markus Wicke. Besonders gut ist auf dem Gemälde der Turm des 1945 abgebrannten Herrenhauses aus dem 19. Jahrhundert (später überformt) zu erkennen sowie einige der ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Gutes.

Das Gemälde wurde mit Mitteln des Fördervereins in einem Berliner Auktionshaus erworben und soll nun mit finanzieller Unterstützung des Vereins restauriert und neu gerahmt werden. „Bei einer Veranstaltung im Potsdam-Museum wollen wir das Geschenk dann übergeben, wenn es die Umstände wieder erlauben“, so Markus Wicke abschließend.