Einladung zur Buchvorstellung

Jörg Limberg – Neubabelsberg. Geschichte und Architektur einer Potsdamer Villenkolonie.

Der Autor Jörg Limberg stellt im Gespräch mit Markus Wicke sein mit Spannung erwartetes Buch erstmals der Öffentlichkeit vor.

Begrüßung Dr. Jutta Götzmann
Direktorin Potsdam Museum –Forum für Kunst und Geschichte

Grußwort Dr. Christine Onnen
Dezernatsleiterin Inventarisation und Dokumentation Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege

Mittwoch, 06.07.2022, 19 Uhr im Potsdam Museum, Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam

Der Eintritt ist frei.

In Kooperation mit dem Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte und dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum

Jörg Limberg – Neubabelsberg. Geschichte und Architektur einer Potsdamer Villenkolonie.
Forschungen und Beiträge zur Denkmalpflege im Land Brandenburg 19

Wernersche Verlagsgesellschaft Worms 2022


Zum Inhalt: Die Potsdamer Seenlandschaft ist seit langem durch die Parks und Gärten der brandenburgischen Kurfürsten und preußischen Könige geprägt. Zu deren Schlössern und anderen Bauten kamen nach und nach Landhäuser des Adels und des Bürgertums hinzu, bis nach der Mitte des 19. Jahrhunderts eine flächendeckende Erschließung mit Wohnhäusern für eine gehobene Klientel einsetzte – in erster Linie waren dies wohlhabende Berliner, die es aus der zunehmenden Enge der Großstadt hinaustrieb. In der zunächst zum Kreis Teltow gehörigen, 1938 zur Stadt Nowawes/Babelsberg und 1939 nach Potsdam eingegliederten Gemeinde Klein Glienicke, zwischen dem Park Babelsberg und dem westlichen Teil des Griebnitzsees gelegen, entstand die Villenkolonie Neubabelsberg. Die 1871 gegründete ‚Societät Neubabelsberg‘ und spätere ‚Terraingesellschaft‘ schuf innerhalb weniger Jahre die städtebauliche Struktur, ließ Straßen anlegen und eine Dampfschifflinie auf dem Griebnitzsee einrichten. Ergänzt wurde die Anbindung an die wachsende Großstadt über die 1874 eröffnete erste Wannseebahn, die zwischen Berlin und Potsdam verkehrte.

Die den unterschiedlichsten Berufsgruppen und einem breiten sozio-kulturellen und religiösen Spektrum angehörigen Bauherren und Bewohner der Villenkolonie formten eine – innerhalb des Rahmens einer auf Harmonie bedachten Gestaltungssatzung – durchaus individuelle Wohnhausbebauung. Sowohl gefragte Potsdamer Architekten wie das Büro Estorff & Winkler als auch überregional und international bekannte Architekten von Peter Behrens und Hermann Muthesius bis Mies van der Rohe zeichneten für die Entwürfe der Villen und ihrer Gärten verantwortlich.

Das Buch beschreibt unter Heranziehung zahlreicher Quellen und anschaulicher bauzeitlicher Pläne und Fotografien die Geschichte der Villenkolonie vor dem Hintergrund der Entwicklung der Großstadt Berlin und der Residenz- und Garnisonstadt Potsdam. Die einzelnen Bauten, von denen inzwischen rund 70 unter Denkmalschutz stehen, werden sowohl in ihrer baulichen Entwicklung als auch in Hinblick auf ihre z. T. illustren Bewohnerinnen und Bewohnern beschrieben und in den spannenden (architektur-)geschichtlichen Kontext des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts eingeordnet. Ein Architektenregister würdigt die Bandbreite der in der Neubabelsberg tätigen Entwerfer.
 

Spendenerfolg für rätselhaftes Gemälde

„Uferlandschaft“ von Carl Saltzmann als Geschenk an das Potsdam Museum / Ankauf und Restaurierung über viele Spenden an den Förderverein finanziert

Dem Potsdam-Museum wurde von seinem Förderverein heute ein wertvolles Gemälde des bekannten Potsdamer Marine- und Landschaftsmalers Carl Saltzmann (1847–1923) übergeben. Das Ölbild aus dem Jahr 1920 wurde vom Vereinsvorsitzenden Markus Wicke gemeinsam mit Dr. Hendrikje Warmt vorgestellt, die im Potsdam Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts zuständig ist.

Carl Saltzmann Uferlandschaft, 1920, Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm (C) Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte (Foto: Regina Klug)

Das Bild wurde vom Förderverein vor wenigen Monaten in einem Berliner Auktionshaus ersteigert und durch die Restauratorinnen Regina Klug (Malerei) und Susanne Taggesell (Rahmen) in einen ausstellungsfähigen Zustand versetzt. „Wir freuen uns, dass wir sowohl den Ankauf als auch die Restaurierung komplett über Spenden finanzieren konnten.“, freut sich Markus Wicke über die schnelle Unterstützung nach einem Spendenaufruf im Mitgliedermagazin ATLAS. Neben einer größeren Spende der Andreas Ehrl Potsdam GmbH & Co. KG haben sich 15 weitere private Spenderinnen und Spender am Projekt beteiligt.

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Aus den USA nach Potsdam – Ältestes Marktfoto vor der Nikolaikirche entdeckt

Dem Förderverein des Potsdam Museums ist der Ankauf der frühesten bekannten Foto-Aufnahme vom Marktgeschehen auf dem Alten Markt gelungen. Die Stereofotografie aus dem Jahr 1884 zeigt den Potsdamer Wochenmarkt rund um den Obelisken. Im Hintergrund sehen wir die Nikolaikirche und die – aktuell als Rekonstruktion wiedererstehende – westliche Bebauung des Alten Marktes, der vor seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als einer der schönsten Plätze Europas galt.

Benjamin West Kilburn: Der [Alte] Markt, Potsdam, Deutschland, Stereofotografie, (C) Sammlung Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Das Stereofoto wurde von dem amerikanischen Fotografen Benjamin West Kilburn aufgenommen, der seine Firma in Littleton (New Hampshire) seit den frühen 1880er Jahren gemeinsam mit dem Fotografen James M. Davis führte. Als das auf Stereofotos spezialisierte Unternehmen 1909 seinen Betrieb einstellte, hatte es 17.000 unterschiedliche Motive auf fast 100.000 Glasnegativen festgehalten, darunter auch vielen Stadtansichten aus Europa. Die auf einem Fotokarton doppelt aufgeklebten Fotos konnten durch ein besonderes Gerät, das Stereoskop, angeschaut werden. Dadurch stellte sich beim Betrachter eine räumliche Darstellung ein, die ihn mitten in das Marktgeschehen versetzte. Besonders eindrucksvoll ist diese spezielle Fototechnik aktuell in der Ausstellung „Eine neue Kunst. Photographie und Impressionismus“ im Museum Barberini zu erleben, in der mehrere historische Stereofotos betrachtet werden können.    

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ATLAS-Magazin Nr. 2 erschienen

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Aus dem Inhalt:

Zimmermanns Einspänner
Ein Stück Wagenbautradition kehrt zurück
Das Fotogedächtnis der Stadt
Judith Granzow in der fotografischen Sammlung
„Villa Kayser“ oder Schlösschen?
Ein erworbenes Gemälde wirft Fragen auf
Ein Potsdamer erzählt Geschichte
Thomas Wernickes Lieblingsobjekte
„… wie wärs denn mit Potsdam?“
Stadthistoriker Hartmut Knitter erinnert sich
„… einen Knopf dran bekommen“
Noosha Aubel im Interview
Verzeichnis der Verluste
Beispiel Daniel Chodowieckis Friedrich II.

80.000 € Einnahmen, Lotte-Laserstein-Stadtansicht und interessante Aussichten für Museumserweiterung in 2022

Trotz aller Einschränkungen, die vor allem auch das soziale Vereinsleben stark beeinträchtigt haben, konnte der Förderverein des Potsdam-Museums eine sehr gute Bilanz seiner Arbeit für das Jahr 2021 ziehen. „Mit über 80.000 Euro Einnahmen haben wir finanziell eines der besten Ergebnisse unserer bisherigen Geschichte erzielt – und dies ohne einen einzigen Cent öffentlicher Förderung. Dies war nur mit der Unterstützung der mehr als 270 Mitglieder und vieler Förderer möglich“, so der Vereinsvorsitzende Markus Wicke.

Das Projekt mit der größten Beteiligung und Reichweite war nach Vereinsangaben die Crowdfunding-Aktion zur Herausgabe des Buches „Unterwegs in Potsdam und Umgebung. Fotografien aus dem Atelier Eichgrün zwischen 1890 und 1952.“

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