#WIRSAMMELN // 8 Erste Hilfe aus Neubabelsberg

Gerade die Stücke aus dem Alltagsleben sind es, die helfen Geschichte anschaulich zu machen. Daher sammle ich besonders solche kleinen Teile, die man auch gern bei Stadtführungen zeigen kann. Das Verbandsmaterial aus dem ehemaligen Sanitätslager im Zentraldepot des Deutschen Roten Kreuzes in Neubabelsberg ist etwas ganz besonderes. Das Material leicht zerbrechlich, der Gegenstand eigentlich nicht mehr zu gebrauchen, und doch ist es bis in unsere Zeit gekommen. Ein, wie ich finde, sehr aussagekräftiger Fund bei einem altbekannten Internet-Autionshaus.

Verbandsmaterial der Sanitätsabteilung (Zentraldepot) des Deutschen Roten Kreuzes in Neubabelsberg bei Potsdam. Vor 1938.

Es handelt sich um zwei Verbandpäcken (ungeöffnet) und jeweils eine Packung Verbandwatte (10g) und Verbandmull (1,5 Meter).

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#WIRSAMMELN // 7 Lieder aus und über Potsdam als Sammelobjekt

Potsdam im Lied, Lieder über Potsdam, Potsdamer Liedermacher und Potsdamer Interpreten auf Tonträgern – dieses Sammelgebiet gibt weit mehr her als Herms Niels Marschmusik, Brechts/Weills „Zu Potsdam unter den Eichen“ oder Peter Hacks‘ „Du altes Havelnest“.

Zu den ersten auf Tonträgern überlieferten Potsdamliedern zählen in einer vom Militär geprägten Stadt natürlich Märsche wie der „Armeemarsch der Potsdamer Garde du Corps“, die hier entstandene „Festfanfare“ von Walter Harmens oder die Aufnahmen der jeweiligen Musikabteilungen zahlreicher Potsdamer Regimenter. Eher eigenwillig sind auf Schallplatte gebannte sogenannte Tongemälde wie „Ein Tag in Potsdam“ und sogenannte Charakterstücke wie „Rosentraum in Sanssouci“ oder der „Aufzug der Stadtwache“. Dies sind akustische Stimmungsbilder, zu denen sich Musik und Originalklänge (die Glocken der Garnisonkirche dürfen nie fehlen!) über sechs Minuten lang verdichten.

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#WIRSAMMELN // 6 Potsdamer Zeitungen als Zeitzeugen

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern … das stimmt natürlich, und doch geben gerade Tageszeitungen einen interessanten Einblick in den Alltag und die Sorgen der Menschen jener Zeiten. Besonders wertvoll für den heutigen Leser sind die gewählte Sprache und die redaktionelle Auswahl der Themen. Es ist nicht immer leichte Kost und doch ausgesprochen aufschlussreich. Ich persönlich schaue als erstes immer die Werbungen an. Sie entführen den Leser in die Geschäftswelt der Zeit und die angepriesenen Produkte kennt heute oft kein Mensch mehr.

Tageszeitungen aus Potsdam. Ab 1901.

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#WIRSAMMELN // 5 Das Selfie des 19. Jahrhunderts – die Carte de visite

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war das Sammeln und Tauschen von sogenannten Cartes de visite auch in Potsdam sehr beliebt. Zahlreiche Photographie-Ateliers wie Selle & Kuntze oder Karl Nürrenbach boten diese Visitenkartenportraits an. Das kleine Format und die Möglichkeit, gleich mehrere Abzüge anfertigen zu können, machten diese Art der Photographie für viele Leute erschwinglich; und so haben sich bis heute zahlreiche dieser Karten erhalten.

Diverse Cartes de visite.
Potsdam. Ab Ende 19. Jahrhunderts.

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#WIRSAMMELN // 4 Die ZEITKARTE als Zeitzeugnis

Ein wunderbares Stück Alltagsgeschichte ist diese Fahrkarte der Potsdamer Straßenbahn aus dem Jahre 1921. Der Fahrschein gehörte Fräulein Alice Jandt, Tochter des Friseurs Karl Jandt aus Nowawes.

Alice arbeitete offensichtlich in der Stadt, denn der von ihr erworbene Zeitkartenabschnitt ermöglicht ihr die Fahrt von ihrem Wohnort in der Priesterstraße 57a (heute Karl-Liebknecht-Straße) bis zum Luisenplatz.

Zeitkarte der Potsdamer Straßenbahn. Potsdam. 1921.

Dazu musste sie mit der Straßenbahn der Linie D zunächst vom Rathaus Babelsberg bis zum Wilhelmplatz fahren und dort noch einmal umsteigen in einen Wagen der Linie A. Weiterlesen