Spendenbitte: Blick vom Babelsberg soll wieder frisch erstrahlen

Dem Förderverein des Potsdam-Museums ist vor einigen Wochen der Ankauf eines wertvollen großfomatigen Potsdam-Gemäldes gelungen. Es zeigt die Stadt um das Jahr 1860, wie sie sich dem Spaziergänger damals vom Babelsberg aus präsentierte. Standort des Betrachters ist vermutlich die Anhöhe unterhalb des damals noch nicht existierenden Flatowturms im heutigen Park Babelsberg.

Unbekannter Künstler: Blick auf Potsdam vom Babelsberg um 1860, Öl auf Leinwand, 88,0 x 110,0 cm. Die Potsdamvedute ist im Zustand vor der Bearbeitung stark durch vergilbte Firnisüberzüge und Übermalungen beeinträchtigt. Foto: Oliver Max Wenske

Der Blick geht über die Havel auf die zentrale Stadtsilhouette mit ihren markanten Bauten und reicht links vom Brauhausberg mit dem Belvedere bis zur Leibgarde-Husaren-Kaserne am rechten Bildrand. Die Zuordnung einzelner in die Landschaft gestreuter Gebäude harrt noch einer Recherche. Zahlreiche Staffagefiguren beleben die Szenerie im spätbiedermeierlichen Stil.

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Historische Arado-Werksfotos für Potsdam Museum erworben

Dem Förderverein des Potsdam-Museums ist im Juli 2020 der Erwerb von drei Original-Fotoabzügen aus der Arado-Bildstelle Babelsberg gelungen, die Gebäude der früheren Zweigstelle der Arado-Flugzeugwerke an der heutigen Friedrich-Engels-Straße zeigen.

Verwaltungsgebäude der Arado-Flugzeugwerke GmbH (um 1940) / Arado-Bildstelle (C) Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Die 1925 in Warnemünde gegründete Arado-Flugzeugwerke GmbH gründete ab 1933 verschiedenen Zweigwerke, darunter in Brandenburg / Havel, Anklam, Wittenberg und Rathenow.

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#WIRSAMMELN // 12 Die unerkannte Kronprinzessin

Geplant war an diesem Tag des Jahres 2002 der Besuch einer Ausstellung im Schloss Britz in Berlin-Neukölln. Doch da das Haus wider Erwarten geschlossen hatte, blieb ich in Potsdam und bummelte mit einem Freund durch die Stadt. Beim Betreten eines Trödelladens in der Jägerstraße erblickte ich gegenüber der Eingangstür eine großformatige farbige Porträtzeichnung.

Hans Schultze-Görlitz, Kronprinzessin Cecilie von Preußen mit ihrer Tochter Alexandrine, 1915, Gouache

Sofort erkannte ich, dass es sich bei der Dargestellten um keine geringere als die preußische Kronprinzessin Cecilie (1886-1954) und ihre Tochter Alexandrine (1915–1980) handelte. Als ich die kaum lesbare Signatur des Künstlers mit „Hans Schultze-Görlitz“ entzifferte, war meine Vermutung gesichert; schließlich hatte er den Kronprinzen Wilhelm im Zeichnen unterrichtet.

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#WIRSAMMELN // 11 Das Mädchen mit dem Teddy und ihr Schöpfer

Die ungefähr 17 cm hohe Skulptur eines Mädchens, das einen Teddybären hält, habe ich von meinem Vater geerbt. Sie stand lange in seiner Werkstatt und hat mir immer gefallen. Woher er sie hatte, weiß ich nicht.

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Ursprünglich war die Figur im art déco-Stil wohl auf einem kleinen Sockel befestigt. Es ist ein Bronzeguss, graviert mit H. H. DIETZSCH.
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Um mehr über diesen Künstler zu erfahren wendeten wir uns an die damalige Kustodin der Skulpturensammlung der SPSG. Sie kam zu keinem  Ergebnis. Erst viel später, bekam ich mit Hilfe des Internets heraus, wer Hans Hubert Dietzsch war.

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#WIRSAMMELN // 10 Verfolgt und fast vergessen – Eine Sammlung zum Potsdamer Publizisten Eduard Engel

„28/7 Potsdam (Bornim) Hochverehrter Graf! Dank für Ihren gütigen Brief. Meine schwächern Augen erlauben mir keine Beantwortung Ihrer einzelnen Worte. Ich bin vor 54 Jahren aus dem Judentum ausgetreten, trotzdem sind meine Bücher verboten, und ich leide mit meiner Frau – aus dem Hause Kleist – bitterste Not. Sie können mir nicht helfen, selbst wenn Sie wollten … Ich schuldete Ihnen diese Mitteilung, denn wahrscheinlich haben Sie nicht gewußt, daß ich jüdischer Herkunft bin. Verehrungsvoll, Engel.“

Ein Teil der Privatsammlung zum Potsdamer Publizisten Eduard Engel.

Der hier 1938 einen seiner letzten Briefe schreibt, war einst ein vielgelesener Publizist – auch wenn er, als Fremdworthasser, dieses Wort schroff abgelehnt hätte. Er wollte deutsch schreiben, denn er fühlte sich kerndeutsch: „Kriegspapier und Einband Schund, / aber deutsch mit Herz und Mund“, schrieb er seinem Jugendfreund Leo Blau als Widmung in eines seiner (selbst im 1. Weltkrieg vielverkauften) Bücher.

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