30.000 Euro Unterstützung: Förderverein zieht positive Bilanz und stellt Projekte für 2015 vor

Werkverzeichnis zu Karl Hagemeister und Ausstellungen mit Werken von Joachim Liebe und Walter Bullert geplant / Forderung nach Lösung der ungeklärten Depotfrage

Über 30.000 Euro hat der Förderverein im vergangenen Jahr zur Unterstützung des Potsdam Museums ausgegeben; das ist die erfolgreiche Jahresbilanz, die Vereinschef Markus Wicke heute gegenüber der Presse zog.

Glienicker Brücke (vor 1945), Foto: Ernst Eichgrün. Sammlung Potsdam Museum. Forum für Kunst und Geschichte

Eines der Postkartenmotive 2014: Glienicker Brücke (vor 1945), Foto: Ernst Eichgrün. Sammlung Potsdam Museum. Forum für Kunst und Geschichte

Knapp 16.000 Euro gingen davon direkt an das städtische Museum; vor allem für Restaurierungen von Museumsobjekten im Rahmen der Kulturträger-Aktion „Ich trage das Potsdam Museum“. Diese restaurierten Objekte waren in den drei erfolgreichen Sonderausstellungen des Museums zu sehen: „Carl Blechen und Carl Gustav Wegener im Dialog – Romantik und Realismus in der Landschaftsmalerei“, „Zu Hause im Krieg – Im Krieg zu Hause. Potsdam und der Erste Weltkrieg“ und „Stadt-Bild / Kunst-Raum“. Weitere 5.500 Euro flossen in die Produktion von hochwertigen Postkarten mit historischen Fotomotiven und Reproduktionen von Gemälden, die seit einigen Monaten im Museumsshop angeboten werden. Darüber hinaus konnten aus Vereinsmitteln wieder kostbare Sammlungsobjekte für das Potsdam Museum erworben werden, so z.B. ein Konvolut von 11 historischen Potsdam-Fotografien der „Photographischen Gesellschaft Berlin“ aus dem Jahr 1880 oder das älteste bekannte Foto der „Gloriette“ auf dem Bassinplatz. Veranstaltungshöhepunkt war das gemeinsam mit dem Museum organisierte 2. Atlasfest am Internationalen Museumstag, an dem der 10. Jahrestag des Vereinsbestehens gefeiert wurde. Über 1.100 Besucherinnen und Besucher nahmen die Angebote von Verein und Museum an.

Die Ruine der Garnisonkirche kurz vor ihrer Sprengung im Mai 1968. Foto: Karl Heinz Babilon © Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte

Die Ruine der Garnisonkirche kurz vor ihrer Sprengung im Mai 1968. Foto: Karl Heinz Babilon © Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Neben Ankäufen konnten auch 2014 wieder einige Schenkungen an das Potsdam Museum vermittelt werden. So wurde dank der Verbindungen des Vereins der fotografische Nachlass von Roger Drescher im Potsdam Museum gesichert. Roger Drescher wurde vor allem mit seinen Fotos vom Café Heider aus der Zeit der DDR bekannt. Eine große Resonanz erhielt der Verein nach der Vermittlung von historischen Fotos der Garnisonkirchenruine aus dem Jahr 1968. Weitere Schenkungen kamen über den Arbeitskreis Militärgeschichte an das Museum. „Das neue Jahr startet für den Förderverein ebenso erfolgreich wie das alte Jahr endete“, konstatierte Vereinschef Markus Wicke angesichts von Spendenzusagen von insgesamt 30.000 Euro, die kürzlich für Projekte im Jahre 2015 gegeben wurden und in den nächsten Tagen auf das Konto des Vereins fließen werden.  So hat der 2014 aufgelöste Förderverein Militärmuseum Brandenburg-Preussen sein restliches Vereinsvermögen an den Museumsverein des Potsdam Museums überwiesen; vereinbarungsgemäß wird diese Summe für militärhistorische Erwerbungen, Restaurierungen und Veröffentlichungen verwendet.

Karl Hagemeister: Herbstwald, 1899. Öl auf Leinwand, 110 x 160 cm. © Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte

Karl Hagemeister: Herbstwald, 1899. Öl auf Leinwand, 110 x 160 cm. © Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Weitere Spenden wurden von privaten Kunstmäzenen für die Herausgabe des ersten umfassenden Werkverzeichnisses von Karl Hagemeister zur Verfügung gestellt. Das Werkverzeichnis wurde durch die Berliner Kunsthistorikerin Hendrikje Warmt erstellt und soll 2015 im be.bra-Verlag erscheinen. Das Potsdam Museum und sein Förderverein unterstützen das Projekt, da das Museum den zweitgrößten Bestand an Werken des bekannten deutschen Impressionisten besitzt. Andere geplante Projekte im Jahr 2015 sind eine Ausstellung mit Werken des Potsdamer Fotografen Joachim Liebe in Kooperation mit dem Waschhaus im April und Mai dieses Jahres und eine Retrospektive aus Anlass des 120. Geburtstages von Walter Bullert, der bis zum seinem Tod im Jahr 1986 als Maler, Grafiker und Bildhauer in Potsdam tätig war. Letztere Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Potsdam Museum für den Sommer 2015 geplant.

Max Koch: Kellertorgebäude am Potsdamer Stadtkanal (Privatbesitz)

Max Koch: Kellertorgebäude am Potsdamer Stadtkanal (Privatbesitz)

Die erste Vortragsveranstaltung des Vereins findet am 15.01.2015 um 18 Uhr statt, dort bringt Vereinsmitglied Willo Göpel unter der Überschrift „Die Kellertorwache am Stadtkanal“ den Besuchern die Geschichte und den geplanten Wiederaufbau des zerstörten Potsdamer Baudenkmals nahe. Am 19.2.2015 hält Thomas Freitag einen Vortrag „Herms Niel – Versuch einer kritischen Annäherung an Hitlers bekanntesten Marschliedkomponisten“; und am 12.03.2015 wird Markus Wicke dem Potsdam Museum die umfangreiche „Sammlung Dr. Heinz Müller“ zum Potsdamer Maler Heinrich Basedow d.J. übergeben, der von sich sagte „Ich habe ja mit Kunst NICHTS zu tun!“.

Am Ende von Bilanz und Ausblick erneuerte der Vereinsvorsitzende Markus Wicke seine Forderung, dass im Jahr 2015 die ungeklärte Depotfrage des Potsdam Museums zu einer langfristigen Lösung kommt: „Das hochprofessionelle Team des Potsdam Museums unter Leitung von Jutta Götzmann hat in den letzten Jahren bewiesen, dass es das Alte Rathaus erfolgreich und anspruchsvoll bespielen kann, jetzt erwarten die Museumsbesucher, dass die Stadt die Rahmenbedingungen für die wertvolle Sammlung des Hauses verbessert.“ Wicke erinnerte daran, dass das Potsdam Museum nicht nur eine kulturelle sondern auch eine wissenschaftliche Einrichtung ist und die vernünftige Lagerung und Erschließung der interessanten Objekte und Dokumente die Grundlage zur besseren Erforschung der Potsdamer Stadt- und Kunstgeschichte bilden.

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