Max-Baur-Ausstellung mit großer Resonanz eröffnet

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Max Baur, Panorama von der Heiligengeistkirche (Detail), 1934-1936 Lichtbild-Archiv Max Baur © Lichtbild-Archiv Max Baur

Mit Spenden, Sponsoring und Mitgliedsbeiträgen von über 20.000 Euro hat der Förderverein des Potsdam-Museums die neue Sonderausstellung mit Fotografien von Max Baur unterstützt, die unter dem Titel „Potsdam, ein Paradies für meine Kamera“ vom 13. April bis 26. August im Potsdam Museum zu sehen ist. Kuratiert wurde sie von Judith Granzow und Anja Tack, die sich neben ihrer Arbeit im Museum auch ehrenamtlich im Förderverein des Potsdam Museums engagieren.

Wie Museumsdirektorin Jutta Götzmann anlässlich der Ausstellungseröffnung betonte, gilt Max Baur (1898–1988) als bedeutendster Potsdam-Fotograf: „Zu Beginn der 1930er-Jahre erkannte er, dass das architektonische Juwel Potsdam fotografisch nur rudimentär bearbeitet vorlag. Baur widmete der Stadt und in besonderem Maße Schloss Sanssouci über Jahre seine ganze Aufmerksamkeit und bestimmte in nicht unerheblichem Maße Bild und Mythos der idealen Kulturlandschaft.“ Bis heute prägen seine Potsdam-Aufnahmen das Bildgedächtnis der Stadt und halten die einstige barocke Kulturlandschaft als wahren Sehnsuchtsort in Erinnerung. Seine Fotografien von Stadtschloss bis Sanssouci sind inzwischen zu Klassikern der historischen Stadtansichten geworden.

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Foto: Stefan Gloede / Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte

Max Baur begann seine fotografische Laufbahn mit dem Genre der Landschaftsfotografie. Ab 1928 lebte er in Wernigerode und schulte seinen Blick für Licht- und Schattenspiele in der Umgebung des Harzes. Mit seinem Umzug nach Potsdam 1934 begann Baur sich der Architekturfotografie zu widmen. Hier fand er die Voraussetzungen und Motive in einer einmaligen architektonischen Geschlossenheit, die ihn nachhaltig inspirierten: „Potsdam ist für mich die größte Fundgrube, die ich bisher entdeckte“, schrieb er in einem Brief. Ihn faszinierte die „Vielfalt der Architektur, die zu einem einzigen Rhythmus zusammenfand“ ebenso wie der noch spürbare „Hauch der einstigen Residenzstadt“.

Ab 1936 erhielt Baur Aufträge aus Berlin, er fotografierte die Olympischen Sportstätten, verschiedene Heeresbauämter und die Neue Reichskanzlei. 200 Aufnahmen sind von diesem Prestigeobjekt der Nationalsozialisten entstanden, die vielfach publiziert wurden. Knapp zwanzig Jahre seines Lebens verbrachte der gelernte Buchhändler und fotografische Autodidakt in Potsdam. Als er 1953 aus der Stadt floh, samt Familie und Archiv, hinterließ er sein fotografisches Bilderwerk. Baurs Fotografien, die das Potsdam der barocken und klassizistischen Architektur, die Einzigartigkeit der Parklandschaft, aber auch die durch den Krieg stark zerstörte Stadt zeigen, sind ästhetisch inszenierte Zeitdokumente. Anlässlich seines 120. Geburts- und 30. Todesjahres sind diese zahlreichen künstlerischen Arbeiten erstmals umfassend zu sehen.

31143686_2183726691645142_5902492861047242752_nDie Ausstellung mit rund 300 Aufnahmen entstand in Kooperation mit dem Lichtbild-Archiv Max Baur sowie dem Bundesarchiv. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine 200-seitige Publikation mit einem umfangreichen Abbildungsteil. Sie konnte dank einer Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Mittelbrandenburgischen Sparkasse realisiert werden.

Der Förderverein dankt vor allem Günther Jauch, der ILB, der Baudenkmalpflege Roland Schulze GmbH, DIGIDAX, Dr. Matthias Döpfner, Jens Hönow, Barbara Zumbaum und weiteren privaten Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung.

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