#WIRSAMMELN // 6 Potsdamer Zeitungen als Zeitzeugen

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern … das stimmt natürlich, und doch geben gerade Tageszeitungen einen interessanten Einblick in den Alltag und die Sorgen der Menschen jener Zeiten. Besonders wertvoll für den heutigen Leser sind die gewählte Sprache und die redaktionelle Auswahl der Themen. Es ist nicht immer leichte Kost und doch ausgesprochen aufschlussreich. Ich persönlich schaue als erstes immer die Werbungen an. Sie entführen den Leser in die Geschäftswelt der Zeit und die angepriesenen Produkte kennt heute oft kein Mensch mehr.

Tageszeitungen aus Potsdam. Ab 1901.

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#WIRSAMMELN // 5 Das Selfie des 19. Jahrhunderts – die Carte de visite

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war das Sammeln und Tauschen von sogenannten Cartes de visite auch in Potsdam sehr beliebt. Zahlreiche Photographie-Ateliers wie Selle & Kuntze oder Karl Nürrenbach boten diese Visitenkartenportraits an. Das kleine Format und die Möglichkeit, gleich mehrere Abzüge anfertigen zu können, machten diese Art der Photographie für viele Leute erschwinglich; und so haben sich bis heute zahlreiche dieser Karten erhalten.

Diverse Cartes de visite.
Potsdam. Ab Ende 19. Jahrhunderts.

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#WIRSAMMELN // 4 Die ZEITKARTE als Zeitzeugnis

Ein wunderbares Stück Alltagsgeschichte ist diese Fahrkarte der Potsdamer Straßenbahn aus dem Jahre 1921. Der Fahrschein gehörte Fräulein Alice Jandt, Tochter des Friseurs Karl Jandt aus Nowawes.

Alice arbeitete offensichtlich in der Stadt, denn der von ihr erworbene Zeitkartenabschnitt ermöglicht ihr die Fahrt von ihrem Wohnort in der Priesterstraße 57a (heute Karl-Liebknecht-Straße) bis zum Luisenplatz.

Zeitkarte der Potsdamer Straßenbahn. Potsdam. 1921.

Dazu musste sie mit der Straßenbahn der Linie D zunächst vom Rathaus Babelsberg bis zum Wilhelmplatz fahren und dort noch einmal umsteigen in einen Wagen der Linie A. Weiterlesen

#WIRSAMMELN // 3 Gläserne Zeugen der Alltagskultur und Markengeschichte

Der Sammler widmet sich im Potsdamer Weltkulturerbe aus Schlössern und Gärten gezielt der Alltagskultur. Als Marketingexperte demonstriert er in seinem Marketing-Cabinet am Beispiel historischer Behälter und Flaschen die Entwicklung des Markenartikels. Als Galerist bietet er Exponate zum Anfassen, als Blogger organisiert er ein weltweites Sammler-Netzwerk.

EAU – ALLES FLIESST: Das Marketing-Cabinet des Sammlers steht im Zeichen von Wasser und Zeit. Schaudepot und Fundus für individuelle Führungen und Referate.

Das Thema ist die Entstehung des Marketings, orientiert an der Coca Cola-Flasche. Sie ist der bekannteste Markenartikel der Welt. Der Sammler erforscht ihre Geschichte, gräbt nach den Wurzeln.  Entdeckt das Wasser als Essenz des Lebens und liquides Lebensmittel mit Geschmack und Wirkung. Das Leitungswasser als Grundnahrungsmittel. Historische Weltgetränke wie Bier, Tee oder Wein.  Hochgeistiges wie Spirituosen oder Essenzen.

Die Sammlung umfasst Flaschen ab 1700, Hohlkörper sind die älteste Produktverpackung der Welt.  Im Fokus steht die Pionierzeit deutscher Weltmarken. Mit Johann Maria Farina, 1709 Begründer des  Eau de Cologne. Mit Jacob Schweppe, 1783 Entwickler des ersten industriellen Softdrinks. Oder Bayer,  seit 1863, der internationale Drogist. Sie alle eint der Geist aus Forschung, Innovation und Unternehmung.  Daher der Sammlungsname „spiritschweppes“.
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#WIRSAMMELN // 2 Goethe als Erbstück

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J.W.Goethe als „Orest“, Abguss nach einer Büste von Gottlieb Martin Klauer in Weimar, 1780. Foto: privat

Zum 125jährigen Jubiläum der Firma Freyberg aus Delitzsch wurde diese Plastik von einer Büste aus der Goethe-Zeit abgeformt. Diese ist eine von vielleicht noch zehn erhaltenen Kopien, die allesamt in Familienbesitz und quer über Deutschland verteilt sind.

Auch das seltene Original befindet sich im Besitz der Familie Freyberg und stammt von Carl Christian Freyberg – Apotheker und Gutsbesitzer in Delitzsch.
Gründer war Ernst Freyberg, die Firma: „Chemische Fabrik Delicia“ in Delitzsch, Spezialunternehmen für Schädlingspräperate seit 1817.
Unter der Rubrik #WIRSAMMELN stellen wir in loser Folge Objekte der Sammelleidenschaft unserer Mitglieder vor.  Alle Einträge erfolgen anonym. Wenn Sie Fragen dazu haben oder einen Kontakt zum Sammler wünschen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns per E-mail unter wirsammeln@fvpm.de auf; wir vermitteln Sie dann gern an den Sammler.