Berliner Volksbank fördert Restaurierung historischer Stadtansicht

Barth-Gemälde „Der Alte Markt“ ab 1. April 2017 im Potsdam Museum zu sehen

Johann Wilhelm Gottfried Barth, Der Alte Markt in Potsdam nach Südosten mit Altem Rathaus und Palast Barberini, 1823 © Potsdam Museum, Foto Michael Lüder

Johann Wilhelm Gotfried Barth: Der Alte Markt in Potsdam nach Südosten mit Altem Rathaus und Palast Barberini, 1824, Öl auf Leinwand  © Potsdam Museum , Foto Michael Lüder

Museumsdirektorin Dr. Jutta Götzmann hat heute gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank, Ines Zinsch, der Leiterin des FinanzCenters Potsdam der Berliner Volksbank, Bianca Denk und dem Fördervereinsvorsitzenden Markus Wicke ein bedeutendes Restaurierungsprojekt des Potsdam Museums vorgestellt.

Es handelt sich um das im Jahr 1824 geschaffene Gemälde „Der Alte Markt in Potsdam nach Südosten mit Altem Rathaus und Palast Barberini“ von Johann Wilhelm Gottfried Barth (Magdeburg 1779 – 1852 Rheinsberg), das in den vergangenen Monaten von Diplomrestaurator Oliver Max Wenske restauriert wurde. Die Restaurierung wurde auf Vermittlung des Fördervereins des Potsdam Museums durch eine großzügige Spende der Berliner Volksbank e.G. unterstützt.

„Vor 118 Jahren gründeten 25 Potsdamer Handwerker unser Vorläuferinstitut, die ‚Innungs-, Spar- und Darlehenskasse Potsdam‘. Mit unserer neuen Repräsentanz am Platz der Einheit haben wir erst vor wenigen Wochen unser Engagement für die Stadt Potsdam bekräftigt: Wir bleiben der zuverlässige Partner für die Bürger und die Wirtschaft dieser Stadt, und wir freuen uns, unsere enge Beziehung der Berliner Volksbank zu Potsdam mit unserer Spende für die Restaurierung dieser herausragenden Stadtansicht einmal mehr zu bestätigen“, erklärte Christian Rothe, Marktgebietsleiter Brandenburg Süd das Engagement der Genossenschaftsbank.
PK Restaurierung Barth Gemälde

Fördervereinschef Markus Wicke, Museumsdirektorin Dr. Jutta Götzmann, Diplomrestaurator Oliver Max Wenske gemeinsam mit der FinanzCenterleiterin Bianca Denk und der Geschäftsführerin der Stiftung KUNSTFORUM der Berliner Volksbank, Ines Zinsch (v.l.n.r., Foto: Friederike Herold)

Für das große Engagement der Berliner Volksbank, durch das erst die erst Restaurierung ermöglicht wurde, bedankte sich Jutta Götzmann herzlich und wies auf die Bedeutung des Gemäldes von Wilhelm Barth hin. „Es gewährt einen einmaligen historischen Blick über den Alten Markt am Anfang des 19. Jahrhunderts und fixiert den Zustand nach dem Brand der Nikolaikirche.“ 1795 brannte die die unter Friedrich II. erbaute alte Nikolaikirche ab, ihre Ruine blieb bis 1811 stehen. Bis 1830, als der Neubau nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel begonnen wurde, blieb der Platz nördlich des Obelisken leer. Ihn zierte in dieser Zeit eine Rasenfläche, die auf diesem Bild von flanierenden Staffagefiguren bevölkert wird. Neben dem Alten Rathaus (heute Sitz des Potsdam Museums) sieht man den jüngst als Kunstmuseum rekonstruierten Palast Barberini.
Das restaurierte Gemälde wird erstmals im Rahmen der Sonderausstellung „Faszinierender Blick. Potsdamer Veduten des 18. und 19. Jahrhunderts“ zu sehen sein, die vom 1. April bis 9. Juli 2017 im Potsdam Museum gezeigt wird.
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Diplomrestaurator Oliver Max Wenske vor dem restaurierten Gemälde (Foto: Markus Wicke)

Vor der Restaurierung war das bedeutende Gemälde stark in seiner Lesbarkeit beeinträchtigt und daher nicht präsentierbar. Großflächige, grob ausgeführte und farbverfälschende Übermalungen aus den 1950er Jahren entstellten die originale Malschicht in vielen Bereichen und irritierten bei der Betrachtung des Bildes. Auf der Grundlage umfangreicher Untersuchungen wurde ein Konzept zu einer restauratorisch vertretbaren Verbesserung des unbefriedigenden Zustands entwickelt.

Durch die anschließende Restaurierung konnte dem Kunstwerk der ursprüngliche Detailreichtum sowie seine ästhetische Geschlossenheit in großen Teilen zurückgegeben werden. Die künstlerische Qualität des Gemäldes wurde wiederbelebt. Durch das Wiederauffinden und die Restaurierung des passenden vergoldeten Schmuckrahmens ist das für die Sammlung des Potsdam Museums überaus bedeutende Gemälde wieder in einem repräsentativen und ästhetisch überzeugenden Zustand.
Johann Wilhelm Gottfried Barth wurde an der Berliner Porzellanmanufaktur und der
Akademie der Künste in Berlin ausgebildet. Friedrich Wilhelm III. ernannte ihn nach
langjährigen Studienreisen in Ostpreußen und Russland zum Hofmaler. Im Auftrag des
Königs schuf Barth zahlreiche Ansichten der Stadt Potsdam.