Seltene Mappe mit DDR-Fotos für Friedrich Ebert erworben

IMG_4736Aus Anlass des 15jährigen Jubiläums des Fördervereins des Potsdam-Museums hat der Verein dem Museum im April 2019 eine wertvolle leinengebundene Mappe mit 11 Farbfotos mit Potsdamer Stadtansichten aus dem Jahr 1979 geschenkt. Die Fotos von Horst Albrecht zeigen vorwiegend die von 1950 bis 1990 so genannte „Klement-Gottwald-Straße“ (heute Brandenburger Straße) kurz nach der Sanierung, die ab 1974 aus der verkehrsreichen Straße einen modernen Flanier- und Einkaufsboulevard machte und „169 Wohnungen …. auf das Niveau von Neubauwohnungen“ brachte, wie auf der beigefügten Schrifttafel vermerkt wird.

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Klement-Gottwald-Str. (um 1979, heute Brandenburger Str.). Foto: Horst Albrecht / Sammlung Potsdam Museum

Neben Bildern der sanierten Fassaden sind auch Innenaufnahmen des legendären „Gastmahl des Meeres“ (heute Sitz der AOK) und des gegenüberliegenden Restaurants und Cafés „Stadttor“ (heute u.a. KPM / Restaurant „Matador“ / Hotel am Brandenburger Tor) zu sehen. Zwei Fotos zeigen darüber hinaus den Brauhausberg mit dem Restaurant „Minsk“ und dem „Haus der Partei“ als Sitz der SED-Bezirksleitung (im Volksmund „Kreml“).

IMG_4737Die Mappe war ein Geschenk der Potsdamer Genossen an Friedrich Ebert zu seinem letzten Geburtstag am 12. September 1979. Er starb nur wenige Wochen danach am 4. Dezember 1979 in Ost-Berlin. Das Geschenk war mit einem Dank an Ebert verbunden, für dessen „stete Aufmerksamkeit und große Hilfe bei der Entwicklung der Stadt Potsdam“. Der Sohn des gleichnamigen ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert war Potsdam in besonderem Maße verbunden. Als Landesvorsitzender der SPD, später der SED und Präsident des Brandenburgischen Landtags wohnte er nach dem Zweiten Weltkrieg einige Jahre in Babelsberg, wie sich der Stadthistoriker Dr. Klaus Arlt erinnern kann. Arlt war mit einem der Söhne Eberts befreundet. 1948 übernahm Ebert das Amt des (Ost-) Berliner Oberbürgermeisters. Zum Ende seiner politischen Karriere war Ebert nicht nur einer der letzten ehemaligen Sozialdemokraten im Politbüro der DDR, sondern ganz offiziell auch dessen Beauftragter für den Bezirk Potsdam und die Bezirksstadt selbst.

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